Betrachten wir nun einen weiteren Fall. Ein Junior Banker, Ende Zwanzig, bekommt zum Berufseinstig und erfolgreichen Abschluss seines Master-Studiums der Finanzwirtschaft von seinen Großeltern 200.000 Euro geschenkt. Die Großeltern nutzten damit den Schenkungsfreibetrag für Enkelkinder voll aus, da diese schon früh Vermögen direkt an die Enkelgeneration weitergeben möchten. Der junge Banker benötigt das Vermögen nicht, da er sein Lebensunterhalt gut von seinem Gehalt zahlen kann. Darüber hinaus hat er schon Kapitalmarkterfahrung sammeln können, da er aus kleineren Schenkungen von seinen Eltern bereits während des Studiums am Kapitalmarkt investiert ist. Das bereits angelegte Vermögen beträgt 25.000 Euro. Der Banker hat das Ziel eine höhere Rendite zu erwirtschaften und gibt an dafür auch ein höheres Risiko schultern zu wollen, aber er möchte nicht alles riskieren.
Das Magische Dreieck der Geldanlage mit beispielhaft eingezeichneten Anlageklassen. Dieses Schaubild macht visuell deutlich, dass nicht alle Anlageziele hinreichend erfüllt werden können.
Um eine passende Anlagestrategie entwickeln zu können, muss man zunächst die Anlageparameter abstecken. Hierbei orientiert man sich an den drei Hauptziele: Rentabilität, Sicherheit und Liquidität der Anlage. Diese können mithilfe folgender Angaben ermittelt werden.
Ermittlung der persönlichen Anlageziele mithilfe folgender Angaben:
Rentabilität ist eine Verhältniszahl und stellt den erwirtschafteten Gewinn dem eingesetzten Kapital, also der Investitionssumme, gegenüber. Die Rentabilität ist damit eine Messgröße für den Erfolg einer Investition oder eines Unternehmens und wird oft als Prozentsatz ausgedrückt, welcher die Höhe der Erträge im Verhältnis zum eingesetzten Kapital abbildet. Rentabilität wird auch oft mit Begriff der Rendite synonym verwendet. Eine hohe Rendite ist das Ziel vieler Anleger, wie das magische Dreieck zeigt geht dies allerdings nicht ohne Einbussen in Bezug auf die Sicherheit oder Liquidität. Im Falle des jungen Bankers kann hier eine nahezu reine Aktienstrategie gewählt werden, da dieser zum einen über die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt und eine hohe Risikotragfähigkeit mitbringt, da er als Banker gut von seinem Gehalt leben kann, die Geldanlage rein zum Vermögensaufbau gedacht ist.
Sicherheit in der Geldanlage bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, dass das investierte Kapital erhalten bleibt und dass der Anleger keine Verluste erleidet. Es ist eine wichtige Überlegung bei der Auswahl von Anlageoptionen und bezieht sich auf das Risiko eines Kapitalverlusts. Das Risiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Geldanlage Verluste entstehen. Je höher das Risiko, desto höher kann die Rentabilität sein, aber auch das Verlustrisiko ist entsprechend höher. Sichere Anlagen sind solche die ein geringeres Risiko und damit eine hohe Sicherheit haben, das Kapitalverlust Risiko ist hier also gering. Umgekehrt sollte man auch beachten das zu viel Sicherheit und damit sehr sichere Anlagen meist eine geringe Rentabilität aufweisen oder wenig liquide sind. Alles in allem sollte die eigene Anlagestrategie der eigenen Risikoaversion entsprechen, die sich dann aber auch in der Rentabilität und Liquidität widerspiegeln kann. Der Banker hat eine hohe Risikotragfähigkeit und wünscht sich eine hohe Rendite, kann aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen in riskantere Strategien investieren und besitz folglich auch ein hohes Risikoprofil, welches eine riskante Anlagestrategie erlaubt.
Die Liquidität beschreibt, wie schnell und einfach eine Geldanlage in Bargeld umgewandelt werden kann. Eine hohe Liquidität bedeutet, dass das Geld schnell verfügbar ist. Wie das Magische Dreieck der Geldanlage allerdings zeigt geht damit eine niedrigere Rentabilität oder Sicherheit einher. Weiter ist die Liquidität wichtig, um schnell auf veränderte Marktbedingungen, unerwartete Ereignisse oder persönliche finanzielle Bedürfnisse reagieren zu können. Liquidität bietet dem Anleger also Flexibilität. Damit ist die Liquidität ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Auswahl der Anlage. Im Falle des Bankers kann auch in illiquide Produkte investiert werden, da dieser das investierte Vermögen, wenn überhaupt, erst zu einem späteren Zeitpunkt benötigt.
Investitionsbetrag dieses Jahr | 218.000€ |
Einkommenssituation und kurzfristig verfügbares Vermögen | |
Nettoeinkünfte p.a. | 100.000€ |
Ausgaben p.a. | 82.00€ |
Überschuss p.a. | 18.000€ |
Kurzfristig verfügbares Vermögen | 200.000€ |
Der Einkommens- und Vermögensnachweis gibt Auskunft über die Höhe des Vermögens und über die jährlichen Zuflüsse, sowie über deren Herkunft. Er ist essentiell um die finanzielle Risikotragfähigkeit (inkl. möglicher Sparquote) und das Gesamtvermögen (heute sowie im Rentenalter) berechnen zu können.
Summe Aktiva | 100,00% | 235.000€ |
Aktiva | ||
Bargeld | 85,10% | 200.000€ |
Wertpapiere | 10,64% | 25.000€ |
Versicherungen | 4,26% | 10.000€ |
Beteiligungen | – | – |
Immobilien | – | – |
Summe Passiva | 100,00% | 235.000€ |
Passiva | ||
Eigenkapital | 100,00% | 235.000€ |
Bankverbindlichkeiten | – | – |
Sonst. Verbindlichkeiten | – | – |
Die Private Vermögensbilanz weist neben der Vermögenshöhe zu einem bestimmten Stichtag auch die Vermögensherkunft und die Verwendung aus. In diesem speziellen Fall entspricht die Bilanzsumme dem Eigenkapital, da kein Fremdkapital für Kredite, wie beispielsweise einen Hauskredit bestehen. Darüber hinaus macht die private Vermögensbilanz auch die Verwendung des Vermögens deutlich die hier zum einen aus dem liquiden Vermögen besteht und zum anderen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.
Auf Grundlage der oben getätigten Angaben kann die Risikoaffinität bestimmt werden, diese ist hier Erhöht ausgeprägt, dies wiederum beeinflusst die Risikotragfähigkeit.
Aufgrund der Informationen, welche die finanzielle Situation sowie die emotionale und finanziellen Einstellung gegenüber dem Risiko beinhalten, wird die Risikotragfähigkeit hier als Erhöht eingestuft.
Da der Banker über Kenntnisse und ausreichende Erfahrungen im Umgang mit Wertpapieren verfügt, und seine Risikoaffinität als erhöht eingestuft hat, wird die Risikoklasse in diesem Fall als Erhöht festgelegt. Unter Berücksichtigung der spezifischen Risikoaffinität, Risikotragfähigkeit und Risikoklasse wird nun eine passende Anlagestrategie für dieses Risikoprofil bestimmt.
Wir haben uns eingehend mit der persönlichen Situation des jungen Bankers befasst und anhand des Magischen Dreiecks der Vermögensanlage seine individuellen Anlageziele definiert. Daraufhin konnten wir die Risikoaffinität, Risikotragfähigkeit und Risikoklasse festlegen und eine passende Anlagestrategie für sein persönliches Risikoprofil entwickeln. Durch die Umsetzung dieser Strategie können wir nun auch die jährlichen Renditen berechnen, da wir zum einen den kurzfristig verfügbaren Betrag (200.000€) sowie die jährlich zu investierende Summe (18.000€) kennen.
Annahmen:
Parameter:
Berechnung:
Dieses Berechnungen gelten nur als Beispiel, stellen keine Anlageempfehlung dar und sind frei gewählt, beruhen nicht auf tatsächlichen Kunden. Der Ratgeberbeitrag soll lediglich Orientierung bieten, um die eigene Situation besser einschätzen zu können.
„Aufgrund des bestehenden Risikoprofils (D – Erhöht) wäre eine risikoreichere Anlagestrategie mit ca. 70% Aktien vertretbar, die bei einer möglichen Rendite von ca. 7,5% über den sehr langfristigen Zeitraum von 43 Jahre zu einem Kapitalstock von ca. 11,2 Mio. EUR führen würde. Hieran erkennt man den Zinses-Zins Effekt (nach Albert Einstein das 8. Weltwunder).“
Dr. Marc Breidenbach
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