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Was macht eigentlich ein Family Office?

Der Begriff „Family Office“ ist gesetzlich nicht definiert. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) versteht darunter Unternehmen, die sich mit der bankenunabhängigen Verwaltung großer privater Vermögen befassen.

Neben der Vermögensverwaltung erfüllen Family Offices häufig weitere Aufgaben, die grundsätzlich keine Erlaubnis nach dem Gesetz über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz – KWG) oder dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) erfordern. Hierzu zählen die allgemeine Beratung Vermögender, Mediation bei Streitigkeiten zwischen Familienmitgliedern, Buchführung, Controlling, Überwachung von Vermögensverwaltern oder allgemeine Dienstleistungen wie die Büroorganisation, Reiseplanung oder das Sicherheitsmanagement.

Die wesentlichen Attribute der Definition der BaFin sind „Bankenunabhängig“, „Überwachung von Vermögensverwaltern“ und „Controlling“. Eindeutig wird auch, dass eigene Produkte mit dem Begriff und der Funktion eines Family Office nicht vereinbar sind.

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Warum betreiben oder engagieren private Großvermögen ein Family Office?

Die wesentlichen Gründe sind das Vermögen bankenunabhängig und in verschiedenen Vermögensklassen, wie z.B. Wertpapieren, Immobilien, Beteiligungen, etc. anzulegen, den Erfolg zu überwachen und eine gesamte Erfolgsrechnung zu erstellen. Die Alternative zum Family Office ist die Verwaltung der einzelnen Vermögensklassen einem oder mehreren Vermögensverwaltern anzuvertrauen. Es gibt für fast jede Vermögensklasse spezialisierte Verwalter. Vertraut man das Vermögen einem Verwalter an, ist man zu 100% von dem Erfolg oder Misserfolg dieses einen Verwalters abhängig. Vertraut man es mehreren Verwaltern an, wird der Auswahlprozess komplex. Es gilt die Verwaltungsstrategien zu analysieren, zu verstehen und fortlaufend zu beobachten. Insbesondere sollte man überprüfen, wie erfolgreich die Verwalter während verschiedener (guter sowie schlechter) Marktphasen waren. Auch sollte man überprüfen, wie die Risikostruktur der Verwalterstrategien ist und ob deren Risiken sich kumulieren oder in Summe reduzieren.

Die Inhaber großer Privatvermögen haben für eine solche Aufgabe häufig keine Kapazitäten und/oder es fehlt an dem entsprechenden Know How. Gleichzeitig sollen diese Vermögen nicht von dem Erfolg oder Misserfolg nur eines Vermögensverwalters abhängig sein. Zu welchen Resultaten letzteres führt, haben schon viele erlebt.

Schon die Finanzkrise hat gezeigt, dass eine Risikostreuung nicht vorliegt, wenn man die Anlagen über ein immer gleiches Investmentvehikel streut. Unterschiedliche Namen gleicher Strategien reichen für eine Risikostreuung nicht aus. Im Bereich der Wertpapieranlage wird dieses Risiko auch nicht durch vielfach gelobte Regel gebundene Strategien oder Roboter reduziert. Die Regeln haben Menschen erstellt und den Roboter haben Menschen programmiert, womit wieder die Abhängigkeit von einem Verwalter besteht.

Im Rahmen eines stringenten und umfassenden Auswahlprozesses (Beauty Contest) werden nur die Vermögensverwalter/Investmentmanager selektiert, die nachhaltig bewiesen haben, dass sie die notwendige Analyse betreiben und langfristig einen überdurchschnittlichen Rendite-/Risikobeitrag geleistet haben.

Zwischenfazit

„Da Sie nun die grundlegenden Aspekte eines Family Office kennen, erklären wir im Folgenden im Detail, was ein Family Office anders macht und warum Unabhängigkeit für ein erfolgreiches Family Office so zentral ist.“

Dr. Marc Breidenbach

Was macht also ein Family Office anders?

Beobachtung & holistische Einschätzung der Kapitalmarktteilnehmer

Die Abbildung zeigt die Heatmap von Breidenbach von Schlieffen & Co. aus dem Jahr 2022.

  • Ähnlich wie Edmund C. Lynch und damit klassische Merchant Banker des letzten Jahrhunderts, verfolgt auch Breidenbach von Schlieffen & Co. einen holistischen Ansatz in der Betreuung seiner Kunden und sieht die eigene Expertise vor allem in der Einschätzung und Beobachtung des Kapitalmarktes
  • Zur Veranschaulichung  hat Breidenbach & Schlieffen & Co. eine hauseigene Heatmap entwickelt, die in der obigen Abbildung zu sehen ist
  • In dieser werden Daten aus unterschiedlichen Studien und Veröffentlichungen, welche Rückschlüsse auf die Verfasstheit des Kapitalmarktes zulassen aggregiert und übersichtlich dargestellt, wie aus der Sentix Sentiment Survey, AAII Investor Sentiment Survey, FMS Most Crowded Trade, Globaler FMS Cash Indikator oder Global Wave von Bank of America 

„Now is the time to get out of debt. We think you should know that with a few exceptions all the larger companies financed by us today have no funded debt. This is not the result of luck but of carefully considered plans on the part of their managements and ourselves to place these companies in an impregnable position. The advice that we have given important corporations can be followed to advantage by all classes of investors. We do not urge you to sell securities indiscriminately, but we advise you in no uncertain terms that you take advantage of present high prices and put your own financial house in order. We recommend that you sell enough securities to lighten your obligations, or better yet, pay them entirely.“

– Zitat von  Edmund C. Lynch (Co-Founder of Merrill Lynch) aus dem Jahr 1928, hinsichtlich des drohenden und dann auch eintretenden Börsencrash 1929   dem Co-Founder of Merrill Lynch

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Vermögensverwaltervergleich

Für das Family Office gilt: Warum sich in Hände des Marktes oder nur eines Verwalters begeben, wenn man die Stärke der ganzen Welt nutzen kann? Als wirklich unabhängige Institution sucht ein Family Office für den Vermögensinhaber die besten Vermögensverwalter nicht nur national, sondern international aus. Dabei können und werden je nach Risikoaffinität nicht nur Verwalter ausgewählt, die alle Vermögensklassen abdecken, sondern auch Spezialisten mit Schwerpunkten und Unterschwerpunkten. Bei Immobilien können das z.B. Wohnimmobilien oder Gewerbeimmobilien sein und selbst dafür gibt es jede Menge Unterbereiche. In der Vermögensklasse Wertpapiere sind es z.B. Aktien, Anleihen, Regionen oder Kombinationen dieser. Auch hierfür gibt es jede Menge Untergruppen. Dabei betrachtet das Family Office eine sehr große Vielzahl von Vermögensverwaltern (zu denen theoretisch auch Roboter gehören können). Diese werden in Bezug auf deren Strategie, der Verlässlichkeit der Strategie (auch in schwierigen Zeiten), dem Risikomanagement und vieler weiterer Disziplinen grundlegend analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse ist eine Art „short list“, aus welcher das Family Office die jeweiligen Verwalter für die einzelnen Strategien wählen kann.

Multi-Manager-Strategie

Dem Family Office bleibt danach noch übrig, die mittel- und langfristige Strategie mit dem Vermögensinhaber abzustimmen, um anschließend (je nach Risikoaffinität, Zweck und Zielen der Anlage) diese Verwalter so zusammenzustellen, dass sie sich ergänzen, ohne das gleiche Risikoprofil zu haben. Damit wird das „Klumpen“-Verwalterrisiko signifikant reduziert. Die Risikostreuung findet also auch auf der Ebene der Verwalter statt und nicht nur auf der Ebene der Anzahl der Einzeltitel. Die Summe der Einzelrisiken ist deutlich geringer als jedes Einzelrisiko. Ist dieses Ziel erreicht, hat das Family Office seine Aufgabe erfüllt.

Das Family Office wird die gewählten Strategien fortlaufend überwachen, mit den Verwaltern einen engen Dialog führen, die Portfolios der Verwalter auf Klumpenrisiken untersuchen und bei Bedarf entweder einen Verwalter austauschen oder das Portfoliorisiko aktiv erhöhen (wenn die Summe der Verwalter sehr vorsichtig geworden ist) oder senken (wenn die Summe der Verwalter euphorisch geworden ist). Hat das Family Office seine anfängliche Arbeit sorgfältig absolviert, wird es für solche Anpassungen wenig Gründe geben, da die Verwalter selber über einen geordneten Risikomanagementprozess verfügen. Das Ergebnis ist eine robuste und nachhaltige Entwicklung des Vermögens.

Eine solche Aufgabe kann ein einzelner Vermögensverwalter nicht übernehmen. Meistens will er eine solche Aufgabe auch nicht übernehmen. Ein Vermögensverwalter präsentiert seine Erfolge einem Family Office und hofft dabei von dem Family Office für die „short list“ ausgewählt zu werden.

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Unabhängigkeit als höchstes Gut eines erfolgreichen Family Office

Ein Family Office, welches eigene Produkte hat, oder Produkte Dritter gegen Zahlung von Provisionen vertreibt, sollte sich weder Family Office noch unabhängig nennen dürfen. Auch sollte ein Family Office mit den gewählten Vermögensverwaltern zwar eine professionelle, aber keine zu freundschaftliche Partnerschaft bilden. Selbst eine Einladung zu einem privaten Essen oder einer begehrten kulturellen Veranstaltung birgt das Potential, die Unabhängigkeit ein Stück weit aufzugeben. Leider lassen sich trotzdem Family Offices, manchmal auch Family Trusts genannt, immer wieder verleiten, eigene Produkte zu kreieren. Diese müssen dann natürlich vertrieben werden, was nicht nur zu einer erheblichen Ablenkung von den Kernaufgaben führt, sondern auch die Unabhängigkeit kostet.

Wie gehen wir vor?

Sehr große Privatvermögen gründen ihr eigenes Family Office. Große Privatvermögen (€ 25 Mio bis ca. € 150 Mio) beauftragen häufig ein Multi Family Office, wobei das Wertpapiervermögen mindestens € 5 Millionen betragen sollte. Das Digitale Family Office von Breidenbach von Schlieffen & Co. bietet die unabhängige und zugleich aufwendige Dienstleistung bereits ab einem Wertpapiervermögen von € 100.000 an.

Fazit

„Verantwortungsvolle und integre Multi-Family Offices bieten weder eigene Produkte an, noch vertreibt ein unabhängiges Family Offices Produkte dritter. Ein Family Offices wie Breidenbach von Schlieffen & Co. sieht sich alleine den Familien verpflichtet, welchen es dient und agiert demnach als unabhängige Instanz, welche die besten Strategien und Experten am Markt auswählt und auch mandatiert. Darunter Fallen vor allem Asset Manager aber auch andere Experten wie Rechtsanwälte oder Berater für Family-Governance und Familienverfassungen.“

Magnus von Schlieffen

Über den Autor

Magnus v. Schlieffen hat mehr als 35 Jahre Erfahrung im Kapitalmarkt. Er war für verschiedene internationale Banken in leitenden Positionen in München, New York und Frankfurt tätig. Als ausgebildeter Volkswirt sind seine Schwerpunkte die Analyse von Kapitalmärkten und deren Anlageklassen, Regulierung, Nachhaltigkeit und die Analyse von Vermögensverwaltern, Fonds- und Investmentmanager. Er ist der Chief-Investment-Officer (CIO) von Breidenbach von Schlieffen & Co. und prägt so die Meinung des Hauses.

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