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Panik

Es geschieht jetzt, was wir im Frühjahr geschrieben hatten. Die Welt spricht von Rezession. Für den Markt ist das eher gut als schlecht, da sich ein Sorgenkorsett aufbaut. Damit Kurse steigen können, braucht der Markt Sorgen. Anfang des Jahres gab es keine Sorgen mehr, was nie gut ist. Von dem Weg der Korrektur haben wir mindestens 80% hinter uns. Die verbleibenden 20% können eklig sein, sind aber eher Kauf- als Verkaufskurse.

Damit es zu einer Rezession kommt, bedarf es entweder einer hohen Inflation oder hoher Verschuldung. Beides haben wir nicht. Die FED in den USA hat die Zinsen genügend angehoben, um bei Bedarf (auf rezessive Tendenzen) reagieren zu können.

Eine Jahresend-Rally wird es unserer Meinung nach nicht geben, was auch wünschenswert wäre. Hintergrund ist, dass im Portfoliomanagement für den Rest des Jahres vielfach das Risikomanagement übernommen hat. Das führt dazu, dass Werte, die seit Jahresanfang stark gefallen sind, verkauft werden (Stichwort Windowdressing) und noch nicht erwirtschaftete ausschüttungsfähige Erträge realisiert werden müssen. Das führt dazu, dass Titel verkauft werden, die dieses Jahr noch Gewinne hatten (z.B. Wirecard). Dieses wird gepaart mit technisch getriebenem Handel. Rationalität kehrt wahrscheinlich erst nächstes Jahr zurück, wobei auch das einige Wochen dauern kann. Bekommen wir eine Jahresendrally, tritt die Realität eher später als früher ein.

Bekommen wir keine Jahresend-Rally, gehen alle mit Sorgen in das nächste Jahr, was eine gute Ausgangsposition ist.  Die ersten Banken schreiben schon, dass 2019 genauso schwierig wird wie 2018. Das sind die gleichen Banken, die vor einem Jahr eine Wiederholung des Jahres 2017 vorausgesagt hatten. Wenn alle positiv sind, kann es nur negativ werden. Wenn alle negativ sind, kann es nur positiv werden.

Heftige Schwankungen gehören zum Markt. Aus welchem Grund auch immer denkt der Kapitalmarkt schwarz/weiß oder gut/schlecht. Schattierungen kann er sich nicht vorstellen. Das sind die Ineffizienzen, mit denen man Geld verdienen kann.

Es ist vollkommen in Ordnung, sich als Anleger Sorgen zu machen. Auch wir machen uns Sorgen, dass wir irgendetwas falsch sehen oder übersehen. Wir denken jedoch, dass es nur schlechter wird und nicht schlecht. Das ist ein Unterschied.  Die Gewinne von Unternehmen in Europa sind dieses Jahr um 10% gestiegen. Deren Kurse sind um 10% gefallen. Damit sind sie 20% preiswerter geworden. Das wird der Markt nicht ignorieren können.

Die Portfolien unserer Kunden werden wir weiter regelmäßig rebalancen, was für die weitere Positionierung und Entwicklung sehr wichtig ist.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Herzlichst,

Ihr Team von Breidenbach von Schlieffen & Co.



HINWEIS:
Dieser Blogbeitrag und dessen Inhalt stellen keinerlei Handlungsempfehlung dar, sondern dient lediglich der Information.


Über den Autor

Magnus v. Schlieffen hat mehr als 30 Jahre Erfahrung im Kapitalmarkt. Er war für verschiedene internationale Banken in leitenden Positionen in München, New York und Frankfurt tätig. Als ausgebildeter Volkswirt sind seine Schwerpunkte die Analyse von Kapitalmärkten und deren Anlageklassen, Regulierung, Nachhaltigkeit und die Analyse von Vermögensverwaltern, Fonds- und Investmentmanager. Er ist der Chief-Investment-Officer (CIO) von Breidenbach von Schlieffen & Co. und prägt so die Meinung des Hauses.

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