Süßigkeiten in einer Schüssel

Dividenden mit Nebenwirkungen

Natürlich sind Dividenden etwas Gutes. Allerdings gilt das nicht für alle Dividenden, hier gilt Vorsicht zu wahren. Wir haben einen Artikel des Verlages DAS INVESTMENT zum Anlass genommen, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Der einfache Blick auf die Dividendenrendite, wie ihn das Team von DAS INVESTMENT darstellt, ist der falsche Weg und kann für den Investor zu sehr frustrierenden Ergebnissen führen.

Am Tag der Zahlung der Dividende wird die gezahlte Dividende vom Aktienkurs abgezogen. Nehmen wir an, ein Aktienkurs steht bei € 10,00 und das Unternehmen zahlt eine Dividende von € 0,50. Am Tag der Dividendenzahlung steht die Aktie (sofern der Markt keine weitere Änderung bewirkt) bei € 9,50 und der Aktionär erhält die genannten € 0,50 ausgeschüttet, so dass das Vermögen des Aktionärs anschließend unverändert scheint. Da die Dividende der Kapitalertragssteuer plus Soli und eventuell der Kirchensteuer unterliegt, besitzt der Aktionär nach Abzug der Steuer in Summe nicht € 10,00, sondern € 9,85 (1,5% Verlust nach Steuern).

Die Verfasser des DAS INVESTMENT Artikels werden dem entgegenhalten, dass im Laufe der nächsten 12 Monate dieser Dividendenabschlag wieder aufgeholt wird. Dem ist allerdings nur dann so, wenn das Unternehmen in den kommenden 12 Monaten seine gezahlte Dividende mindestens verdient und damit der Aktienkurs mindestens um die gezahlte Dividende steigt. Ansonsten wird der Aktionär bestenfalls eine Aufteilung seines Vermögens in den Wert der Aktie und die Dividende nach Steuern erleben.

Der Artikel der Zeitschrift DAS INVESTMENT listet einige Unternehmen auf, die zwar eine hohe Dividendenrendite haben, aber diese seit Jahren nicht verdient haben. In solchen  Fällen wurde und wird die Dividende aus der Substanz gezahlt. Entnimmt man etwas der Substanz, wird diese per Definition weniger Wert. Manche der genannten Unternehmen haben entsprechend deutliche Kursverluste verzeichnen müssen. Ein Investor muss sich fragen, welchen Wert eine Dividendenrendite von 5% oder mehr hat, wenn der Aktienkurs in den kommenden Monaten 10% und mehr verliert, während der Markt steigt.

Grundsätzlich gilt folgender einfacher Zusammenhang:

Steigen Dividenden UND ausschüttungsfähige Erträge stetig und kontinuierlich, steigt i.d.R. auch der Aktienkurs eines solchen Unternehmens. Eine Ausnahme wäre, wenn der Markt insgesamt deutlich fällt oder die Aktien eines solchen Unternehmens bereits jedermanns Liebling ist. Fallen Dividenden und fallen ausschüttungsfähige Erträge, fällt i.d.R. auch der Aktienkurs eines solchen Unternehmens. Häufig wollen solche Unternehmen über die Zahlung einer Dividende ihren Aktienkurs „pflegen“. In der Regel wird das Gegenteil dessen erreicht. Wie immer gilt, man kann nur das ausgeben, was man verdient hat.

Wie findet man die guten Dividenden?

In dem bei der Suche darauf geachtet wird, dass das Unternehmen im Laufe der letzten Jahre oder besser Jahrzehnte die Ausschüttungen kontinuierlich gesteigert hat. Es gibt Unternehmen, die es geschafft haben, in den letzten 50 Jahren die Dividende mehr als 45 mal zu erhöhen.

UND!!

Darauf achten, dass die Dividende niemals höher ist als der Gewinn pro Aktie (besser eigentlich sogar als der Freie Cash Flow pro Aktie (Gewinn plus Abschreibungen)), so dass die Dividende aus dem erwirtschafteten Ertrag und nicht aus der Substanz gezahlt wird.

UND!!

Darauf achten, dass das Unternehmen Produkte herstellt, welche eine starke Marktposition haben. Solche Produkte sind weniger anfällig für Rabattschlachten, die den Gewinn und damit die Dividende gefährden.

Unternehmen, die diese Konstellation aufzeigen, haben i.d.R. bezogen auf den aktuellen Aktienkurs eine niedrige Dividendenrendite. Bezogen auf die Dividende, die in den zukünftigen Jahren (nach den zu erwartenden Erhöhungen) gezahlt werden wird, ist die Dividendenrendite aber hoch und wird bezogen auf den ursprünglichen Kaufkurs sehr wahrscheinlich stetig weiter steigen.

Die aktuelle Dividendenrendite zu nehmen war und bleibt der falsche Weg. Dividendenfähigkeit und Dividendensteigerungen sind die richtigen Parameter, nicht in die Dividendenfalle zu stolpern und mehr Freude am Aktienvermögen zu haben.

Zusatzvermerk: Die Zeitschrift DAS INVESTMENT liefert regelmäßig gute und solide Beiträge. Dass das Team von DAS INVESTMENT in Bezug auf Dividenden auch anders analysieren und berichten kann, zeigt dieser Artikel.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Herzlichst,

Ihr Team von Breidenbach von Schlieffen & Co.



HINWEIS:
Dieser Blogbeitrag und dessen Inhalt stellt keinerlei Handlungsempfehlung dar, sondern dient lediglich der Information.


Über den Autor

Magnus v. Schlieffen hat mehr als 30 Jahre Erfahrung im Kapitalmarkt. Er war für verschiedene internationale Banken in leitenden Positionen in München, New York und Frankfurt tätig. Als ausgebildeter Volkswirt sind seine Schwerpunkte die Analyse von Kapitalmärkten und deren Anlageklassen, Regulierung, Nachhaltigkeit und die Analyse von Vermögensverwaltern, Fonds- und Investmentmanager. Er ist der Chief-Investment-Officer (CIO) von Breidenbach von Schlieffen & Co. und prägt so die Meinung des Hauses.

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