Liquidität bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts, seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit und uneingeschränkt nachkommen zu können. Im Kontext von Vermögensgegenständen und Vermögensverwaltung bezieht sich Liquidität auf die Eigenschaft von Wirtschaftsobjekten, jederzeit liquidierbar zu sein, also auf einem Markt veräußert werden zu können. So ist auch bei Investmentfonds die Liquidität entscheidend, um sicherzustellen, dass Rückgabeverlangen der Anleger und sonstige Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllt werden können. Die Herausforderung besteht darin, dass Fonds oft in langfristige und potenziell illiquide Vermögensgegenstände investieren, während ihre Verpflichtungen in der Regel kurzfristig sind. Um die Liquidität zu gewährleisten, setzen Kapitalverwaltungsgesellschaften verschiedene Liquiditätsmanagement-Tools ein und führen regelmäßig Stresstests durch.
Alternative Vermögensgegenstände wie Immobilien, Kunstwerke oder Private-Equity-Beteiligungen weisen häufig eine geringere Liquidität als traditionelle Anlagen wie Aktien oder Anleihen auf. Dies liegt daran, dass sie oft schwieriger und zeitaufwändiger zu verkaufen sind, da für diese Vermögenswerte kleinere und weniger aktive Märkte existieren. Der Verkaufsprozess kann komplexer sein und höhere Transaktionskosten verursachen, was die schnelle Umwandlung in Bargeld erschwert. Zudem sind alternative Vermögensgegenstände oft weniger standardisiert und erfordern eine individuelle Bewertung, was zusätzlich Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt. Die geringere Liquidität spiegelt sich auch in der möglichen Preisvolatilität wider, da bei einem schnellen Verkauf unter Umständen Abschläge in Kauf genommen werden müssen. Letztlich führt die Kombination aus begrenzter Markttiefe, höheren Transaktionskosten und längeren Verkaufszeiträumen dazu, dass alternative Vermögensgegenstände im Vergleich zu traditionellen Anlagen als weniger liquide gelten.
Die Liquidität von Investments ist für Privatanleger besonders wichtig, da sie Flexibilität bietet, um finanzielle Verpflichtungen oder unerwartete Ausgaben zu bewältigen. Im Rentenalter, wenn viele Menschen von ihren Kapitalerträgen leben, kann ein Investment in illiquide Anlagen problematisch werden, da sie nicht schnell in Bargeld umgewandelt werden können, was dazu führen, dass Anleger gezwungen sind, ihre Vermögenswerte unter ungünstigen Bedingungen zu und großen Abschlägen verkaufen, wenn sie auf das Geld angewiesen sind. Besonders in Krisenzeiten zeigt sich die Problematik, wenn viele Anleger gleichzeitig Liquidität benötigen und illiquide Vermögenswerte schwer verkäuflich sind. Insbesondere für Rentner ist daher eine ausgewogene Portfoliostruktur wichtig, die vor allem liquide Anlagen umfasst und regelmäßige Erträge sicherstellt. Eine fehlende Liquiditätsplanung kann die finanzielle Sicherheit im Alter erheblich gefährden.
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